Verschiedene Assistenzhunde mit ihren Haltern – Golden Retriever, Labrador, Berger Blanc und Flat Coated Retriever
9 Assistenzhund-Typen

Assistenzhunde – Alle Typen & Aufgaben im Überblick

Von Autismus bis PTBS: Für jede Erkrankung gibt es den richtigen Assistenzhund. Erfahren Sie alles über Aufgaben, Ausbildung, Kosten und wie Sie einen Trainer finden.

Was ist ein Assistenzhund?

Ein Assistenzhund ist ein speziell ausgebildeter Hund, der Menschen mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen in ihrem Alltag unterstützt. Er wird individuell auf die Bedürfnisse seines Halters trainiert und hilft dabei, ein selbstständigeres, sichereres und erfüllteres Leben zu führen.

Im Unterschied zum Therapiehund, der in therapeutischen Einrichtungen mit mehreren Patienten arbeitet, ist der Assistenzhund ausschließlich einer Person zugeordnet. Im Unterschied zum ESA-Hund (Emotional Support Animal) führt er konkrete, erlernte Aufgaben aus – wie das Warnen vor einem Anfallsereignis, das Öffnen von Türen oder das Beruhigen bei einer Panikattacke.

Assistenzhund vs. Therapiehund vs. ESA – Die Unterschiede

MerkmalAssistenzhundTherapiehundESA-Hund
BesitzerDie betroffene PersonTherapeut / HundeführerDie betroffene Person
TrainingSpezifische Aufgaben (1,5–3 Jahre)Allgemeines TherapietrainingKein Pflichttraining
Zutrittsrecht (DE)Gesetzlich verankert (BGG § 12e)EinrichtungsbezogenNicht gesetzlich
Kostenübernahme KKMöglich (Antrag notwendig)Über EinrichtungIn der Regel nicht
NachweisAbschlussprüfung + ZertifikatVerbandszertifikatPsychiatrische Bescheinigung

Alle Assistenzhund-Typen im Überblick

Klicken Sie auf einen Typ, um mehr über Aufgaben, Ausbildung und Kosten zu erfahren.

Autismushund

Autismushund

Unterstützt Kinder und Erwachsene mit Autismus-Spektrum-Störung. Reduziert Meltdowns, verbessert soziale Interaktion.

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PTBS-Assistenzhund

PTBS-Assistenzhund

Hilft Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS). Erkennt Flashbacks, unterbricht Alpträume, schafft Sicherheit.

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Assistenzhund Depression & Angst

Assistenzhund Depression & Angst

Unterstützt bei schweren Depressionen und Angststörungen durch Routinen, Bodydruck-Therapie und Krisenintervention.

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Epilepsiewarnhund

Epilepsiewarnhund

Warnt Sekunden bis Minuten vor einem epileptischen Anfall und ermöglicht so eine sichere Vorbereitung.

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Diabetikerwarnhund

Diabetikerwarnhund

Erkennt Unterzuckerung (Hypoglykämie) anhand von Geruchsveränderungen – lebensrettend für Typ-1-Diabetiker.

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Demenz-Assistenzhund

Demenz-Assistenzhund

Begleitet Menschen mit Demenz, reduziert Weglauftendenz und sorgt für Strukturierung des Alltags.

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ADHS-Begleithund

ADHS-Begleithund

Hilft Kindern und Erwachsenen mit ADHS beim Aufbau von Routinen, Konzentration und emotionaler Regulation.

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Signalhund

Signalhund

Unterstützt Gehörlose und Hörgeschädigte durch akustische Signale (Türklingel, Rauchmelder, Wecker).

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LPF-Assistenzhund

LPF-Assistenzhund

Unterstützt Menschen mit körperlicher Behinderung bei Alltagsaufgaben: Schalter bedienen, Gegenstände apportieren.

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FAS-Assistenzhund

FAS-Assistenzhund

Unterstützt Kinder und Erwachsene mit Fetalem Alkoholsyndrom durch Impulskontrolle, emotionale Stabilisierung und Alltagsstruktur.

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Rollstuhl-Assistenzhund

Rollstuhl-Assistenzhund

Öffnet Türen, apportiert Gegenstände und unterstützt Rollstuhlfahrer bei Alltagsaufgaben – für mehr Selbstständigkeit.

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Rechtliche Grundlagen – BGG § 12e (Assistenzhundegesetz 2021)

Das Assistenzhundegesetz ist Teil des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) und trat in seiner reformierten Fassung am 1. Januar 2021 in Kraft. Es regelt erstmals bundesweit verbindlich:

  • Definition: Was ein anerkannter Assistenzhund ist (ausgebildet, geprüft, zertifiziert)
  • Zutrittsrecht: Anerkannte Assistenzhundteams dürfen öffentliche Gebäude, Behörden, ÖPNV, Supermärkte, Restaurants und Arztpraxen betreten
  • Kennzeichnung: Anerkannte Hunde müssen ein offizielles Kennzeichen tragen
  • Anforderungen: Ausbildung durch anerkannte Trainer + Prüfung durch anerkannte Stelle
Praxis-Hinweis: Die vollständige Umsetzung des BGG § 12e erfordert noch eine Rechtsverordnung (Stand). Bis zu deren Verabschiedung gelten Übergangsregelungen. Anerkannte Verbände wie BHV und VDAH zertifizieren nach internen Standards.

Wer hat Anspruch auf einen Assistenzhund?

Grundsätzlich jede Person mit einer anerkannten körperlichen oder psychischen Behinderung, die nachweislich von einem Assistenzhund profitiert. Voraussetzungen:

  • Ärztliche Diagnose einer anerkannten Erkrankung oder Behinderung
  • Nachweis, dass ein Assistenzhund die Selbstständigkeit verbessert
  • Körperliche und charakterliche Eignung für das Leben mit einem Arbeitshund
  • Möglichkeit zur täglichen Versorgung und artgerechten Haltung des Hundes

Es gibt keinen automatischen gesetzlichen Anspruch auf Kostenübernahme. Jede Krankenkasse prüft individuell. Mehr dazu auf unserer Seite zur Krankenkassen-Kostenübernahme.

Wie bekomme ich einen Assistenzhund? – 3 Schritte

1

Arzt aufsuchen

Diagnose + Attest einholen, das den medizinischen Bedarf eines Assistenzhundes begründet.

2

Trainer finden

Zertifizierten Assistenzhundtrainer in Ihrer Region kontaktieren und Kostenplan erstellen.

3

Beantragen & ausbilden

Kostenübernahme beantragen, Hund auswählen, Ausbildung beginnen und Abschlussprüfung ablegen.

Trainer in Ihrer Region finden

Alle Trainer auf unserem Portal sind zertifiziert und auf Assistenzhunde spezialisiert. Jetzt kostenlos anfragen.

Häufige Fragen zu Assistenzhunden

Grundsätzlich jede Person mit einer anerkannten körperlichen oder psychischen Behinderung, die nachweislich von einem Assistenzhund profitiert. Voraussetzung ist eine ärztliche Diagnose und der Nachweis, dass ein Assistenzhund die Selbstständigkeit verbessert.